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Viele Schweizer träumen von einer Frühpensionierung – doch in der Realität bringt die frühe Rente häufig grosse finanzielle Einbussen mit sich. Was Sie deshalb beim Planen Ihrer Frühpension beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Frühere Pensionierung, weniger Geld

Wer sich für eine frühe Pension entscheidet, bekommt in der Schweiz weniger Rente. Das
hat mehrere Gründe: Zum einen können Sie weniger Kapital ansparen, zum anderen erhalten Sie einen tieferen Umwandlungssatz. Der Umwandlungssatz entscheidet darüber,
wie viel Ihres angesparten Vermögens nach der Pensionierung jährlich an Sie ausgezahlt
wird.

Außerdem steigen die Lebenserwartungen. In der Schweiz liegt die restliche
Lebenserwartung bei 65-jährigen Frauen bei 22,7 und bei 65-jährigen Männern bei 19,9
Jahren. Um bis zum Lebensende komfortabel leben zu können, brauchen Sie heutzutage also mehr Geld. Denken Sie ausserdem daran, dass Sie auch als Frühpensionierter AHV-pflichtig bleiben.

Wichtig: Viele Menschen unterschätzen, wie viel Geld Sie nach der Pensionierung brauchen; und überschätzen, wie viel Geld Sie tatsächlich sparen können. Häufig kommen im Alter ausserdem neue Leidenschaften und Hobbies hinzu, welche die Lebensunterhaltskosten steigen lassen. Erfahren Sie mehr

Warum ein Vorbezug selten sinnvoll ist

AHV-Rente und Pensionskasse können Sie bereits vor dem regulären Rentenalter beziehen. Bei der AHV-Rente ist das ein oder zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter möglich und bei Pensionskassen ab 58 oder 60 Jahren. In einem solchen Fall müssen Sie jedoch mit deutlichen Kürzungen rechnen:

  • Pensionskassen kürzen Renten in der Frühpension lebenslang und pro Vorbezugsjahr um 5 bis 7 Prozent. Sie möchten mit 63 statt 65 Jahren in Rente gehen? Dann verzichten Sie insgesamt auf rund 10 bis 14 Prozent.

  • AHV-Renten werden um 13,6 Prozent gekürzt, wenn Sie zwei Jahre vor dem eigentlichen Rentenalter in Pension gehen. Das ist deshalb nur sinnvoll, wenn Sie nur noch wenige Jahre zu leben haben und die Rentenkürzung nicht ins Gewicht fällt. Denken Sie daran, dass die AHV-Rente die einzige lebenslang inflationsgeschützte Rente in der Schweiz ist.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie frühzeitig in Rente gehen möchten, sollten Sie die Einkommenslücke zwischen Frühpensionierung und ordentlicher Pensionierung anders überbrücken. Dafür eignet sich neben Erspartem in Ihrem Vermögen vor allem Guthaben in der Säule 3a. Dieses Guthaben können Sie bis zu fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters beziehen.

Sie sollten also genau durchrechnen, wie Sie die Einkommenslücke überbrücken können. Die Faustregel lautet: Wer es mit 50 Jahren nicht schafft, monatlich einen guten Betrag zur Seite zur legen, wird es später vermutlich auch nicht schaffen. Bei einem jährlichen Einkommen von 150.000 Franken sollten Sie pro Jahr rund 40.000 Franken zurücklegen, damit Sie in der Frühpensionierung Ihren Lebensstandard erhalten können.

Tipp: Auch bei hohen Ersparnissen oder grossem Erbe sollten Sie sich die Frühpension gut überlegen. Schnell werden pro Jahr rund 24.800 Franken an AHV fällig – bei fast gleichbleibenden Steuern.

Schlusswort

Wer seine Frühpensionierung gründlich durchrechnet, kommt häufig zu demselben Ergebnis: Die Frühpension wäre aus finanzieller Sicht keine gute Wahl. Der Trend in der Schweiz geht deshalb in die andere Richtung – immer mehr Menschen bleiben auch nach der Pensionierung berufstätig. Einige Arbeitnehmer reduzieren Ihr Arbeitspensum schrittweise und sparen sich so zusätzliche AHV-Beiträge (wie bei einer vollständigen Frühpensionierung). Andere wiederum lassen sich pensionieren und arbeiten dann selbstständig weiter. Fast jeder dritte Schweizer wählt mittlerweile eine Mischform aus Rente und Kapitalbezug. Wofür Sie sich auch entscheiden: Nehmen Sie sich unbedingt Zeit für Ihre Vorsorge und rechnen Sie alles sorgfältig durch. Nur so können Sie später böse Überraschungen vermeiden.

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