Wie Sie bei der Erbschaft Steuern sparen können

Sei vorsichtig mit der Vererbung! Der Staat ergreift oft große Teile eines Erbes – in einigen Kantonen sogar fast die Hälfte. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie dies vermeiden können. Hier sind 7 Möglichkeiten und Tipps, um Testatoren dabei zu helfen, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen. Erfahren Sie mehr

Tipp 1: Freibeträge nutzen

Erbnehmer können von vielen Freibeträgen profitieren. Weil diese Freibeträge je nach Kanton sehr unterschiedlich ausfallen können, sollten Sie sich über die Freibeträge in Ihrem Kanton genau informieren. Ehepartner, eingetragene Partner und Nachkommen sind in fast allen Kanton von Erbschafts- und/oder Schenkungssteuer befreit.

Tipp 2: Den Standort beachten

Wenn Erben oder ihre Nachkommen im Ausland wohnen, kann je nach Land und Nationalität der Erben auch am Wohnort eine Erbschaftssteuer ausgelöst werden. Ausserdem müssen Sie bei ausländischen Immobilien vorsichtig sein – denn Immobilien sind immer am Standort zum dortigen Satz steuerpflichtig.

Wichtig: Vor allem bei Erben in Frankreich ist es häufig problematisch, weil eine Doppelbesteuerung möglich ist. Die Schweiz hat mit seinem Nachbarland kein Erbschaftsabkommen.

Tipp 3: Achtung bei Wertschriften aus den USA

Wer US-Aktien vererben möchte, hat ein steuerliches Problem: Erben müssen zusätzlich zur Schweizer Erbschaftssteuer nämlich die sogenannte Federal Estate Tax auf US-Vermögenswerte abdrücken. Neben Aktien und Obligationen von US-Firmen gilt das auch für Immobilien und Anlagefonds in den USA. Vermeiden können Sie das nur, wenn Sie unter dem Freibetrag von 60.000 USD bleiben.

Tipp 4: Immobilien bei unverheirateten Paaren

Immobilienbesitz bei unverheirateten Paaren bietet eine gute Möglichkeit zur Steueroptimierung: Sie können ein Haus zum Beispiel an den Partner schenken, sich im Grundbuch aber weiterhin als Nutzniesser eintragen lassen. Das reduziert die Steuerbasis um den Wert der Nutzniessung und Sie sparen 50 % oder mehr bei der Schenkungssteuer.

Tipp 5: Erbvorzüge und Schenkungen

Wenn Sie Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten an einen gesetzlichen Erben übertragen, spricht man von einem Erbvorbezug. In vielen Kantonen können Sie Erbvorbezüge und Schenkungen über mehrere Jahre staffeln, um die Steuerprogression zu vermeiden. So verhindern Sie auch, dass zukünftige Wertzuwächse der Erbschafts- oder Schenkungssteuer unterliegen.

Tipp 6: Verkehrswert im Kanton Zürich

Viele Kantone schätzen Immobilien gemäss dem Steuerwert. Im Kanton Zürich gilt hingegen den Verkehrswert – und dort sind bis zu 25 % Abzug des Verkehrswerts für Bewertungsdifferenzen möglich. Wer das mit einem Nutzungs- oder Wohnrecht kombiniert, kann beim Steuerbetrag deutlich sparen.

Tipp 7: Besteuerung von Konkubinatspartnern

  • Konkubinatspartner haben keine erbrechtlichen Ansprüche. Wer einen Lebenspartner nach dem Tod begünstigen möchte, muss das deshalb unbedingt per Testament oder Erbvertrag festhalten.
  • Viele Kantone bieten einen reduzierten Steuersatz für langjährige Lebenspartnersowie Stief- und Pflegekinder an.
  • Nur in Ob- und Nidwalden, Schwyz und Zug werden Konkubinate wie Ehen behandelt. In diesen Kantonen können Konkubinatspartner demnach ein Haus kaufen und dieses im Todesfall steuerfrei übertragen.

Schlusswort

Ob Freibeträge oder Schenkungen: Wer beim Erbe Steuern sparen möchte, hat durchaus Möglichkeiten. Sie sollten jedoch nicht zu kreativ werden – sonst wird aus der Steueroptimierung schnell eine Steuerumgehung. Das ist im Gegensatz zur Steuerhinterziehung nicht strafbar, führt aber zur teuren Nachbesteuerung.

Über den Autor

Sebastian Seiler

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