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Vom Libor zum Saron: Das sollten Hauskäufer wissen

Die Umstellung vom Geldmarktzins Libor zum Saron ist in der Schweiz im vollen Gange. Doch kennen Sie den Unterschied zwischen Libor und Saron? Wissen Sie, was die Umstellung für Hauskäufer oder Besitzer einer Libor-Hypothek bedeutet? In diesem Artikel beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen. Erfahren Sie mehr

Was ist der Saron?

Saron steht für „Swiss Average Rate Overnight“. Diesen Geldmarktzins gibt es bereits seit 2009. Aufgrund eines Manipulationsskandals des Libor („London Interbank Offered Rate) im Jahre 2011 soll der Saron nun den Libor ablösen. Die britische Finanzmarktaufsicht verkündete 2017, den Libor nur noch bis Ende 2021 zu unterstützen.

Wie beeinflusst das die Geldmarkthypothek?

  • Die Geldmarkthypothek setzt sich wie zuvor aus der Marge des Hypothekargebers und dem Basiszins zusammen. Der einzige Unterschied? Der Basiszins ist nun der Saron und nicht der Libor.
  • Wie der Libor beeinflusst der Saron die Refinanzierungskosten für Geldmarkthypotheken nicht im 1:1 Verhältnis.
  • Entscheidend sind vor allem die Zinsen auf Spargelder. In normalen Zeiten mit positiven Zinsen sollten Geldmarktsätze und Zinsen auf Spargelder aber immer stark korrelieren.

Wie also unterscheiden sich Saron und Libor?

Der grosse Unterschied liegt in der Herleitung des Hypothekenzins.

Banken melden dafür täglich, zu welchem Zinssatz sie Gelder leiden können, ohne dafür Sicherheiten zu hinterlegen.

  • leihen sich von Instituten wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) Gelder und hinterlegen dafür Wertpapiere als Sicherheit.
Ein weiterer Unterschied: Der Saron ein Tagessatz. Mit dem Libor werden Gelder dagegen meist für mindestens drei Monate verliehen.

Gibt es einen Drei-Monate-Saron?

Obwohl der Saron ein Tagessatz ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen Zins mit längerer Laufzeit (zum Beispiel für drei oder sechs Monate). Die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken (NAG) – das wichtigste Gremium für den Übergang zum Saron – hat dafür sieben Lösungen herausgearbeitet. Die Raiffeisen hat sich zum Beispiel für eine Möglichkeit entschieden, wo der Saron während der Zinsperiode täglich aufgezinst wird.

Was bedeutet das für Hauskäufer?

Die Zinsperioden spielen keine wichtige Rolle mehr. Woran das liegt? Saron-Hypotheken können sich nur am Anfang oder am Ende der Laufzeit unterscheiden. Der Basiszins bei einer Libor-Hypothek würde dagegen über die gesamte Laufzeit unterschiedlich ausfallen (je nach Zinsperiode). Bei Zinsperioden geht es für Sie mit dem Saron eigentlich nur noch darum, wann Sie Ihre Zinsen zahlen müssen.

Tipp: Als Alternative zur Saron-Hypothek bieten sich Festhypotheken an. Mittlerweile gibt es einige Anbieter (zum Beispiel Pensionskassen), die Festhypotheken mit langen Laufzeiten und günstigen oder gar kostenlosen Ausstiegen bei Verkauf des Eigenheims anbieten.

Was bedeutet der Saron für Besitzer einer Libor-Hypothek?

Ihr Hypothekarvertrag wird gemäss der festgelegten Laufzeit weiterlaufen. Wenn der Libor bis Ende 2021 abgeschafft wird und Ihre Hypothek weiterläuft, wird sich demnach Ihr Basiszinssatz verändern. Achten Sie darauf, dass die Marge unverändert bleibt. Per Gesetz dürfen Ihnen Vertragsänderungen wie die Umstellung auf den Saron keinen Nachteil bringen.

Warum ist der Saron aktuell negativ?

Stand März 2021 liegt der Saron bei -0,73 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird den SNB-Leitzins vermutlich bis Ende 2021 negativ halten – das liegt an der Corona-Krise und dem weltweiten Wirtschaftswachstums. Melden Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an, um über aktuelle Entwicklungen auf dem neuesten Stand zu bleiben.

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