Etwa ein Drittel der Schweizer Erwerbstätigen arbeiten trotz Erreichen des ordentlichen Rentenalters weiter. Wir verraten, was Sie dann bei AHV-Rente, Pensionskasse & Co. beachten müssen, damit sich das Weiterarbeiten nach der Pensionierung überhaupt lohnt. Erfahren Sie mehr

Tipp 1: Aufschub für die AHV-Rente

Sobald Sie das gesetzliche Rentenalter erreichen, können Sie sich Ihre Renten bzw. das Kapital aus Ihrer Altersvorsorge auszahlen lassen. Wer nach der Pensionierung weiterarbeiten möchte, sollte sich die Auszahlung jedoch gut überlegen – denn mit Einkommen und gleichzeitiger AHV-Rente rutscht man schnell in eine höhere
Steuerklasse.

Deshalb kann ein Aufschub der AHV-Rente für Erwerbstätige sinnvoll sein. Das müssten Sie Ihrer AHV-Zweigstelle spätestens ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters (64 Jahre für Frauen, 65 Jahre für Männer) mitteilen.

Wichtig: Der Aufschub der AHV muss mindestens ein Jahr und maximal fünf Jahre
betragen. Ein Aufschub um ein Jahr erhöht die AHV-Rente um 5,2 Prozent; ein Aufschub um fünf Jahre um ganze 31,5 Prozent.

Tipp 2: Beiträge müssen Sie weiterzahlen

Wenn Sie im Rentenalter weiterarbeiten, müssen Sie weiterhin Beiträge an die AHV, die Invalidenversicherung (IV) und die Erwerbsersatzordnung (EO) bezahlen. Wer viel verdient, kann diese eingezahlten Beiträge für seine Rente dann vermutlich nicht mehr nutzen. Pro Monat gibt es einen Freibetrag von 1400 Franken oder jährlich rund 16800 Franken je Arbeitgeber.

Tipp 3: Pensionskasse beachten

Bei vielen Kassen können Sie Ihre berufliche Vorsorge über das ordentliche Rentenalter fortführen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Sie können das Vorsorgeguthaben vergrössern und in vielen Fällen den sogenannten Umwandlungssatz steigen lassen.

Der Umwandlungssatz rechnet das angesparte Kapital in Ihre jährliche Rente um. Beispiel: Ein Umwandlungssatz von 5 Prozent ergibt bei einem Vorsorgeguthaben von 750000 Franken eine jährliche Rente von 37500 Franken.

Wichtig: Wenn der Umwandlungssatz stark gesenkt wird (zum Beispiel durch niedrige Zinsen), sollten Sie genau berechnen, ob sich ein Weiterarbeiten tatsächlich lohnt. Viele Pensionskassen haben eine Vorlaufzeit, was das Rechnen und die individuelle Planung vereinfacht.

Tipp 4: Aufschub der Säule 3a

Wer nach der Pensionierung erwerbstätig bleiben möchte, kann die Auszahlung der
Altersleistung aus der Säule 3a hinausschieben – um maximal fünf Jahre. Dann können Sie weiterhin steuerbegünstigt in die Säule 3a einzahlen:

  • Wenn Sie an eine Pensionskasse (BVG) angeschlossen sind, dürfen Sie maximal
    6826 Franken pro Jahr einzahlen.
  • Wenn Sie an keine Pensionskasse (BVG) angeschlossen sind, dürfen Sie bis zu
    20 Prozent Ihres jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen (maximal 34128 Franken).


Wichtig: Bei Erwerbstätigkeit nach Pensionierung ist das Alimentieren der Säule 3a für Frauen ab einem Alter von 69 Jahren möglich und für Männer ab einem Alter von 70 Jahren.

Schlusswort

Unser Artikel hat Ihnen die wichtigsten Punkte vorgestellt, damit Sie aus Ihrer
Berufstätigkeit nach der Pensionierung das Beste herausholen. In Zeiten der Coronakrise sollten Sie sich jedoch auch fragen, ob Sie überhaupt länger arbeiten können. Viele Unternehmen müssen Mitarbeiter entlassen oder in die Frühpensionierung schicken, um Kosten zu sparen. Laut einer Studie der Hochschule ZHAW hält ein Fünftel der befragten

KMU Entlassungen in den kommenden 12 Monaten für wahrscheinlich; jede siebte KMU sogar für sehr wahrscheinlich.

Über den Autor

Sebastian Seiler

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle Themen

Themen:

Vorsorge verstehen, KMU Nachfolgeplanung, Steuern sparen, Finanzplanung, Geld anlegen, Risiken absichern, Haus & Wohnen, Pensionierung planen, Lebensqualität & Erwartung”

Aktuelle & Wichtige Informationen direkt in Ihren Posteingang.

Hello! Can I help You?